Minihäuser – Gutes Leben auf kleinstem Raum - Traumsofas-Blog - Kreative Raumkonzepte & Wohnideen
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Minihäuser und Tiny Houses

15 Jan Minihäuser – Gutes Leben auf kleinstem Raum

Manche Menschen fragen sich nicht: “Wie können wir trotz eines Hauses umziehen?”, sondern Sie fragen: “Wie können wir mit einem Haus umziehen?”

Welche Sachen brauchen wir wirklich, um gut zu leben? Eine Frage die sich jeder anders beantwortet.
Wohnen auf kleinstem Raum – ist dies etwas für Sie? Zumindest ist es eine Idee mit der immer mehr Menschen spielen. Diese testen neue Lebensweisen um wie sich der Wohnraum an den Menschen und seine Bedürfnisse anpasst.
Entdecken Sie manchmal auch den Luxus sich weniger Dinge zu kaufen und mehr Wert auf wenige, dafür aber besonders schöne Objekte zu legen. Ein einfacheres Leben mit bewusstem Konsum und einem gewissen Grad Unabhängigkeit ist gerade in unruhigen Zeiten attraktiv.
Mit der Tiny House und Minihaus Bewegung gibt es seit Ende des letzten Jahrtausends eine Bewegung, die kleinste Räume möglichst gut nutzen möchte. Kleine Häuser gab es schon immer. Diesmal ist der Ursprung allerdings eine Gegenbewegung zum amerikanischen Gigantismus, in dem alles immer größer sein musste. Als Gegenpol zum Massivhaus entstehen nomadische Bewegungen, bei denen die Häuser mit der Jahreszeit, dem Beruf oder der Lebenssituation mitziehen, wachsen oder schrumpfen. Ein Haus ist somit kein Bauwerk für die Ewigkeit, das ein Leben lang abgezahlt werden muss, sondern eine flexible Investition mit überschaubaren Ausgaben und dem Recht auf Veränderung.

Was ist ein Tiny House?

In Deutschland verstehen die meisten Menschen unter Tiny-Houses ein kleines Gebäude auf Rädern. Für feste Gebäude werden die Begriffe „Mikrohaus“, „Minihaus“ oder „Kleinhaus“ benutzt. Zur besseren Vermarktung und direkten Ansprache einer Zielgruppe findet sich auch immer wieder der Begriff „Singlehaus“.
Wie groß ist ein Tiny House? Ein Tiny House hat eine ca. Wohnfläche von 25-50 Quadratmeter. Es gibt hierbei keine einheitliche Definition, da es keine gesetzlichen Normen gibt. Die einzige Norm gibt es beim Energiesparpass, da hier der Energieverbrauch pro Quadratmeter gemessen wird. Gerade bei kleinen Häusern sind die Messmethoden für das Energiesparen problematisch. Durch die kleineren Innenflächen kommt es trotz eines niedrigen Gesamtverbrauchs zu einem höheren Verbrauch pro Quadratmeter, da sich die Energieleistung nicht so stark auf die innenliegenden Quadratmeter verteilt.

Was ist ein kleines Haus?

Kleine Häuser sind Häuser unter 100m² Wohnfläche. Das durchschnittliche Haus, welches in Deutschland gebaut wird, hat ca. 150m² auf ca. 700m² Grundstück. Der Durchschnittspreis eines Hauses mit 140-180m², welches im Internet zum Kauf angeboten wird, liegt über 330.000 Euro. Hierbei gibt es natürlich riesige regionale Unterschiede. Sie können auf dem Land, wie zum Beispiel in Lichtenau, ein großes Haus mit Garten für weit unter 300.000€ bekommen – in einer Großstadt wie Düsseldorf, Berlin oder München müssen Sie für solch ein Haus mit über einer Million Euro rechnen.
Deshalb sind kleine Stadtwohnungen und Mikroappartements in Ballungsgebieten sowie Ihre effiziente und smarte Nutzung mit Multifunktionseinrichtungen immer ein spannendes Thema.
Mit einem Tiny-House findet die bewusste Abkehr von großen Gebäuden statt. Dieser Wohnraum muss natürlich zu den Bewohnern passen. Gerade Kinder wollen ab einem bestimmten Alter Ihr eigenes Zimmer, wenn im Homeoffice gearbeitet wird muss hierfür auch Platz eingeplant werden.
Es gibt unterschiedliche Modelle, von einem modularen Minihaus aus Containern über nachhaltige Konstruktionen aus Holz zu klassischen Gebäuden wie dem Schwedenhaus. Die Wahl wird durch den Geschmack und das Budget entschieden, gerade wenn es um Häuser geht die komplett unabhängig sind, Ihre Energie selbst gewinnen und im Garten Anbauflächen für eigenes Gemüse bieten spalten sich die Geister.
Spannend sind modulare Häuser auf jeden Fall, denn Sie bieten oft die Möglichkeit das eigene Haus an einem neuen Ort aufzustellen. Durch die standardisierten Einheitsmaße von Containern können diese Gebäude auf einen Schwerlaster geladen werden und sich auf die Reise machen – natürlich ist dies nicht mit einem Wohnwagen vergleichbar, da hier die gesamten Anschlüsse und Baugenehmigungen von der Stadt vorhanden sein müssen sowie ein Unternehmen mit Abbau, Verladung und Transport beauftragt wird.
Natürlich eigenen sich Minihäuser durch die kleine Größe gut als Ferienhäuser in Urlaubsregionen, wo der Quadratmeterpreis für ein Grundstück besonders hoch sein kann.

Minihäuser aus Holz

Die neuen Nomaden

Häuser in Deutschland werden für Generationen gebaut – so die Theorie. Was sich praktisch und nachhaltig anhört, ist in vielen Regionen aber ein riesiger Nachteil. In strukturschwachen Regionen, also Regionen in denen es wenig Arbeit für die Jugend und Erwachsenen gibt, wird der Wohnungsleerstand zum Problem.
Vielen junge Menschen sind gezwungen ihre Heimat zu verlassen: Die Universitäten und Jobs sind in den Städten. In Ballungszentren findet dafür das Bevölkerungswachstum statt. In Städten wie München, Berlin, Hamburg oder Stuttgart, um nur ein paar Beispiele zu nennen, wird der Wohnraum knapp und die Mietpreise schnellen in die Höhe.
Heute leben nicht nur Wanderarbeiter, Schausteller oder das fahrende Volk auf Zeit, sondern auch immer mehr hochqualifizierte Arbeitnehmer wechseln Ihren Wohnort und sind für den Arbeitsmarkt maximal flexibel.
Als Jobnomaden werden Menschen bezeichnet, die sich nicht auf eine sichere Karriere im Unternehmen beschränken, sondern stetig neue Herausforderungen, oft auch als Freiberufler oder Selbstständige bei neuen Auftrags- und Arbeitgebern suchen.
Hierbei wird zwischen zwei Arten von Jobnomaden unterschieden:

  • denen, die hochqualifiziert sind und dies freiwillig machen
  • denen, die keine Chance auf etwas anderes haben.

Der Arbeitsmarkt wird durchlässiger und kaum jemand hat eine Festanstellung auf Lebenszeit, sondern viele unterschiedliche Stationen im Lebenslauf. In der Regel wechselt der deutsche Arbeitnehmer alle 10 Jahre seinen Arbeitgeber – je nach Branche auch öfter. Befristete Verträge finden sich insbesondere in der Forschung und Lehre an Universitäten, wo eine wesentlich höhere Flexibilität erwartet wird als in der Wirtschaft, aber auch in den Medien.
In der Regel finden Arbeitnehmer zwischen 35 und 45 Jahren den Ort, an dem sie den Rest unseres Lebens verbringen. Eine weitere Gruppe von Arbeitnehmern mit wechselnden Wohn- und Arbeitsorten sind Expatriates. Dies sind Fachkräfte, die von einem international tätigen Unternehmen vorrübergehend, in der Regel für 1-3 Jahre, an einem Standort in einem anderen Land arbeiten.
Bevölkerungswanderungen gab es schon immer – wie es zum Beispiel der Strom nach Amerika oder Australien. Durch die Globalisierung ist die Landflucht heute allerdings wieder ausgeprägter, da viele einfache Jobs wegrationalisiert und nicht durch neue Arbeitsangebote ersetzt werden, hier kann also auch im höheren Alter eine erhöhte Mobilität notwendig sein – durch längeres Pendeln, einen doppelten Wohnsitz oder den Umzug zu einem neuen Arbeitsplatz. Je fester wir verwurzelt sind, umso unwahrscheinlicher wird ein Umzug allerdings.

Modulare Häuser und flexibler Wohnraum

Wir haben schon öfter über den Trend und die Vorteile von Mikroappartements gesprochen, allerdings ist dieser Lebensstil nicht für jeden spannend. Ein Mehrparteienhaus kann toll sein, da immer etwas Leben und Bewegung im Haus ist und wir immer mal wieder mit Nachbarn ins Gespräch kommen – das Leben in einem Block ist aber nicht unser Traum. Die falsche Lage, laute Nachbarn und Einengung können das Wohnen mit vielen Parteien sehr unattraktiv machen. Es gibt aber auch günstige Alternativen zur individuellen Wohnraumgestaltung auf kleinem Raum.
Der Bau von Massivhäusern ist nicht in jeder Kultur und in jedem Land so ausgeprägt wie in Deutschland und Mitteleuropa. In Skandinavien und Amerika sind ein hoher Anteil der Häuser Holzhäuser, die günstiger, dafür aber in der Regel nicht für die Ewigkeit ausgelegt sind. Solch eine Bauweise macht Wohnraum in diesen Ländern billiger, flexibler und die Bewohner mobiler.
Aber das typische Vorurteil gegenüber Holzhäusern stimmt nicht unbedingt, denn die Lebensdauer eines Holzhauses, wie zum Beispiel eines Schwedenhauses, stehen dem eines Massivhauses bei sauberer Bauweise und der richtigen Isolierweise kaum nach.
Besonders alte Holzhäuser gibt es zum Beispiel in Norwegen (Kirkjubøargarður, 11. Jahrhundert) und der Schweiz (Haus Nideröst gebaut 1176, leider im Jahr 2001 abgerissen) – durch hochwertiges Material sowie die richtige Pflege und Bauweise können auch diese Häuser „ewig“ halten.
Ein anderes Extrem sind Nomadenkulturen, die es schon lange gewöhnt sind, dass sie den Standort wechseln – sei dies mit Zelten, temporären Häusern, Wohnwagen oder Wohnmobilen. Tradition oder Ortunabhängigkeit, die Wanderlust ist ein Trend der mit den digitalen Nomaden, die Ihre Geschäfte ortsunabhängig betreiben, aktuell wieder auf einem Höhepunkt angekommen ist.
Der Bedarf an flexiblen Wohnraumlösungen wächst nicht zuletzt aus dieser Mélange an Gründen beständig: hohe Wohnraumpreise in Ballungsgebieten, weniger Jobs auf dem Land und hohe Standortunabhängigkeit für moderne Berufsbilder prägen die Wohnraumsuche.
Minihaus aus Holz

Wer baut Tiny Houses?

Ist ein kleines oder tiny Haus vielleicht etwas für Sie? Ein kleines Haus wird ganz normal von einem Architekten entworfen und Bauunternehmer umgesetzt. Oft werden auch modulare Häuser angeboten – von neu angepassten Containerhäusern über moderne Modulbauweisen aus Holz, die leicht auf einem LKW zu transportieren sind. Inzwischen gibt es verschiedene Anbieter für modulare Häuser, deren Module miteinander kombiniert werden, wenn es Bedarf für mehr Platz gibt. So starten Singles vielleicht mit einem oder zwei Modulen, ergänzen dieses um ein weiteres, wenn eine Beziehung eingegangen wird und schaffen ein weiteres Modul an, wenn die Familie mit Kindern wächst. Es wird Energie gespart, kein Platz verschwendet und es werden weniger Sachen gesammelt die gepflegt und entstand gehalten werden müssen. Prominentes Beispiel ist ein Modellprojekt der Universität München, wobei 6,4 Quadratmeter Wohnraum schon sehr klein sind.

Durch die leichte und flexible Bauweise wird bei Minihäusern je nach Bauweise auch viel mit Holz gearbeitet. Tischler haben sich auf die Anforderungen spezialisiert und liefern schlüsselfertige Gebäude, die nur noch an die entsprechenden Anschlüsse, wie Wasser und Strom, angeschlossen werden müssen.
Die Entscheidung ist letztendlich eine sehr persönliche Geschmacksfrage, denn jeder Gebäudetyp hat Vor- und Nachteile. Von organischen Formen und Strukturen zu nüchternen und neutralen Designs.

Energiesparen mit einem Minihaus

Da Mikrohäuser so klein sind, verbrauchen sie grundsätzlich weniger Energie zum Heizen und Kühlen. Wenn ein Tiny House auf Rädern bewohnt wird, kann der Stellplatz je nach Jahreszeit verändert werden, zumindest wenn die Anschlüsse flexibel oder autark sind. Im Winter kann der sonnigste Stellplatz gewählt werden um die Energie der Sonne zu nutzen. Im Sommer kann das Tiny House an einen schattigen Stellplatz gestellt werden, um eine Klimaanlage zu sparen. Schon bei der Konstruktion zeigt sich die Sparsamkeit, da das Grundmaterial viel geringer ist als bei einem normalen Haus.

Kleine Häuser einrichten

Unser Tipp, natürlich mit smarten Möbeln. Je weniger Quadratmeter eine Wohnung oder ein Haus hat, umso smarter sollte der Wohnraum gestaltet werden – im Idealfall mit modularen Multifunktionsmöbeln, durch die ein Raum eine Mehrfachnutzung ermöglicht. Bei uns finden Sie Tipps zur optimalen Nutzung von kleinstem Raum.

Nur ein Trend oder eine Vision mit Zukunft?

Kleine Häuser gab es schon immer – der Trend wird also weitergehen. Bei einer wachsenden Bevölkerung gehört gutes Land zu einer immer knapper werdenden Ressource. Minihäuser bieten eine Chance, nicht nur für Ballungsgebiete, sondern auch für Regionen, in denen kostengünstiger oder nachhaltiger Wohnraum eine Mangelware ist. Wir finden den Trend super und erfreuen uns an den unterschiedlichen neue Konzepten zur perfekten Nutzung von kleinstem Raum.

Quellen:

  • www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/EinkommenKonsumLebensbedingungen/Wohnen/Tabellen/Wohnungsbestand.html
  • www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/EinkommenKonsumLebensbedingungen/Zeitverwendung/Tabellen/Aktivitaeten_Alter_ZVE.html
  • tageswoche.ch/kultur/aeltestes-schweizer-holzhaus-als-museumsstueck/
  • de.wikipedia.org/wiki/Kirkjub%C3%B8argar%C3%B0ur
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