Minimalismus – Ihr Weg zu mehr innerer Ruhe - Traumsofas-Blog - Kreative Raumkonzepte & Wohnideen
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Minimalismus im Möbeldesign

26 Nov Minimalismus – Ihr Weg zu mehr innerer Ruhe

„Ich will das. Ich brauche das unbedingt. Biittee.“

Wer Kinder erlebt und sieht, wie schnell sie sich für Sachen begeistern können, ist versucht die Wünsche leuchtender Kinderaugen schnell zu erfüllen. Ein neues Spielzeug hier, der neue Sport dort, das Kuscheltier hier und ja, vielleicht auch ein Smartphone, Tablet oder die Konsole.

Schnell kommt die Ernüchterung. Je mehr Spielzeug da ist, umso schneller verschwindet es in den Untiefen des Kinderzimmers und wird nur ab und an nur herausgekramt. Weniger ist auch hier wie so oft mehr. Die Intensivierung von Reizen und die Beschäftigung mit weniger, dafür aber hochwertigen Dingen, führt zu einer größeren Erfüllung – schon bei Kindern. Hin zu einer entspannten Form von Gelassenheit.

Schon das Barry Schwartz stellt mit dem „Paradox der Entscheidung“ fest, dass es uns schwerfällt eine Entscheidung zu treffen. Alleine die Auswahl an Marmeladen in einem Supermarkt kann, ohne eigene Grenzen, schnell zum Frust führen. Zu viel Auswahl, für die uns unsere Evolution nur unzureichend vorbereitet hat. Deshalb haben wir unsere Lieblingsmarken, oder wir stellen uns eigene Spielregeln auf wie: Erdbeermarmelade; mit wenig Zucker; viel Frucht; aus regionalem Anbau. Selbst gesetzte Grenzen und Regeln machen das Leben, oder einfach nur das Entscheidung treffen, leichter.

Minimalismus in der Stadt

Minimalismus und der Konsumkonstrast

Aktuell bilden sich wieder vermehrt Gegenbewegungen zum „höher, schneller, weiter“ des Wirtschaftskreislaufs aus. Vielen Menschen liegt die Umwelt am Herzen – und der damit verbundene kleinere ökologische Fußabdruck. Anderen ist Ihre Freizeit wichtig und sie werden zu Downshiftern. Wieder andere wollen einen größeren Einfluss auf das eigene Leben und versorgen sich in vielen Bereichen selbst. Und manch anderer erfreut sich einfach an wenigen, aber dafür hochwertigen Sachen und fokussiert sein Leben auf weniger Besitztümer.

WOLLEN oder BRAUCHEN? Wir brauchen eigentlich nur ein Dach über dem Kopf, Kleidung und genug Nahrung sowie frisches Wasser. Alles, was darüber hinausgeht ist Luxus. In vielen Teilen der Welt ist selbst diese Basisversorgung noch nicht selbstverständlich.

Wir haben die Herausforderung, dass wir die Qual der Wahl haben und uns immer wieder überlegen, was wir denn eigentlich haben wollen. Je intensiver eine Bewegung wird, umso stärker prägen sich auch andere Strömungen aus. Ökologie, Verzicht, Reduktion, digitale Nomaden oder Minihäuser sind Entscheidungen für das Weniger.

Die Beweggründe für den Minimalismus sind unterschiedlich, aber der Kern ist der gleiche: Eine Reduktion auf die Werte, die uns selbst wichtig sind.

Strömungen des Minimalismus finden sich in den unterschiedlichsten Bereichen der Kultur und dienen Künstlern, Kreativen und Geistlichen als Quell der Inspiration:

Minimalismus in unserer Kultur

In der Kunst ist der Minimalismus eine Reduktion und immer auch stückweit eine Rationalisierung der Kunst. Irreführend ist hierbei, dass es eine Kunstform des Minimalismus gibt, die aber nur sehr begrenzt ist. Minimalistische Gestaltungstechniken werden eigentlich in mehreren unterschiedlichen Stilrichtungen verwendet.

Minimal Art ist eine amerikanische Stilrichtung der 70er Jahre, die als Gegenpol zum Abstrakten Expressionismus entstand. Europäische Traditionen sind das Bauhaus, der Konstruktivismus oder die konkrete Kunst.

Formsprache, Konzepte, Geometrie sowie Farben sind prägend. Es wird eine Objektivität der Kunst angestrebt. Als Beispiel kann Mondrians Entwicklung seiner Malerei des Baumes dienen. Er geht den Weg einer konsequenten Reduktion. Von abstrakter Realität zu der reinen Form- und Farbsprache des Neoplastizismus-Stils, der sich auf Geometrie und Primärfarben konzentriert.

In der populären Alltagsphilosophie hat sich in den letzten Jahrzehnten das Wort Zen immer mehr in unserer Sprache etabliert. Es steht neben dem Buddhismus für eine Reduktion, für Meditation und das Besinnen auf den Moment. Ein Leben im hier und jetzt. Auch die klassische japanische Architektur ist ein Inbegriff des Minimalismus mit wenigen Einrichtungsgegenständen und einem Fokus auf das Wesentliche, der im Westen gerne idealisiert wird.
Zen Minimalismus

Der Aufräum-Trend der Marie Kondō

Marie Kondō ist eine japanische Autorin und „Ordnungsexpertin“. Sie hat ihre Bücher über die Magie des Aufräumens geschrieben und wie die richtige Ordnung das Leben positiv beeinflussen kann. Damit hat sie einen Nerv getroffen, der zu mehr als 7 Millionen verkauften Büchern geführt hat.

Dabei ist Ihr System denkbar einfach und kann mit einem Satz zusammengefasst werden:
Behalten Sie nur das, was Sie es glücklich macht.

Mit einem Spaziergang durch die Wohnung, bei dem Sie mit einem Müllsack bewaffnet sind, nehmen Sie jeden Gegenstand in die Hand. Wenn der Gegenstand jetzt nicht zu einem positiven Gefühl führt, trennen Sie sich von ihm. Wenn Sie ihn behalten möchten, bekommt er einen festen Platz in Ihrer Wohnung. Gerade diese Einfachheit des Systems macht es so interessant.

Ob solch eine Ordnung nun richtig ordentlich ist, oder nur ein bisschen neurotisch, liegt vermutlich im Auge des Betrachters. Die damit verknüpften Ideen sind aber spannend. Wenn wir weniger Dinge haben, die dafür hochwertiger sind, erfreuen wir uns mehr daran. Unsere Aufmerksamkeit verteilt sich nicht mehr, sondern wir haben die Zeit uns um die wenigen Dinge zu kümmern, die uns wirklich wichtig sind.
Einen Versuch sich mit den Dingen zu beschäftigen die Freude machen – und sich von denen zu trennen, die keine Reaktion hervorrufen, ist eine entspanntere und stressvermeidendere Herangehensweise als sich dauerhaft die Frage zu stellen: Was kann noch reduziert werden?

Minimalismus und Urbanisierung

Gerade im urbanen Raum gewinnt der Minimalismus an Fans. Explodierende Wohnungspreise und attraktive Innenstädte gehen Hand in Hand. Gerade kleiner Wohnraum will smart genutzt werden – und der Minimalismus bietet sich als Grundlage dafür geradezu an.

Die richtige Stadt hat vielleicht hohe Wohnraumpreise, dafür aber ein hervorragendes Kulturangebot und genug umliegende Naherholungsgebiete. Auch in einem 1-Zimmer Appartement kann in der richtigen Stadt, mit den richtigen Möbeln eine vollwertige Wohnung eingerichtet werden. Ein paar Beispiele für Smarte Möbel für kleine Wohnungen finden Sie auch hier in unserem Blog.

Weniger ist mehr

Mit Minimalismus zu mehr Gelassenheit

Es gibt viele Parabeln, aus denen der Mensch lernen soll, was im Leben wirklich wichtig ist. Die Parabel vom Fischer, dem ein Industrieller seinen Lebensstil als Altersidylle verkauft, obwohl sein Leben schon so aussieht wie das Ziel des Ruhestands: Angeln, Freunde & Familie treffen und Weintrinken. Der Fischer fragt den Mann, warum er sein Leben für Hektik und Stress aufgeben soll, nur um wieder an dem Punkt anzukommen, an dem er gestartet ist. Oder wie Volker Pispers sinngemäß so schön sagt: „Wenn der Löwe mit einer Vorratshaltung anfangen würde, um für die schlechten Zeiten vorbereitet zu sein, könnte er nicht mehr sein Leben genießen und faul in der Sonne liegen.“ Für uns ist Minimalismus der bewusste Konsum, die richtige Wahl und der Genuß von Schönheit, ohne jede Woche hinter einem neuen Produkt herzulaufen.

Minimalismus muss dabei nicht mit massiven Einschränkungen verbunden sein. Oft reicht es schon für uns die Dinge zu finden, die zu uns passen und uns aus dem Wettrennen um das Neue für eine gewisse Zeit zu verabschieden. Wenn wir wissen, was wir wollen, dann ist das auch ok. Ein besinnen auf die Dinge, die uns Freude machen und von denen wir mit gutem Gewissen sagen können das sie uns einen Mehrwert bieten – und dabei im Idealfall auch noch mit nachhaltigen Gedanken hergestellt wurden, ist dies unser Anfang.

Ein Anfang, den wir in den Zeiten gehen, in dem immer mehr Menschen verstehen, dass billige Preise und Sonderangebote kein Minimalismus sind, sondern einen hohen Preis haben. Vielleicht auch, dass die Produkte von vorne herein mit Mondpreisen ausgezeichnet werden, nur um genug Platz für Rabattschlachten zu lassen.

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